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"Unterwäsche wandelt Charakter"

26.05.2010: Rhein- Main-Presse Kultur Mainz:  Szenischer Abend „Antigone und Schwestern“ zeigt viele Facetten.

(mhi). Einen urkomischen bis bitterernsten szenischen Abend haben die Schüler der Schauspielschule Mainz geboten. In der Alten Ziegelei wurde unter dem Motto „Antigone & Schwestern“ allerlei Frauenthematik zusammengefasst.

„Circa alle drei Monate bieten wir einen szenischen Abend. Im Unterricht erarbeitete Szenen werden für das Publikum unter einem Motto zusammengestellt und aufgeführt“, erklärte die Dozentin Heidemarie Gohde.

Sportlich, schüchtern und frivol.

Durch den Abend führten Elena Weber, Eva Piringer und Sybille Kreß. Durch den Tausch ihrer Unterwäsche wandelten sich auch ihre Charaktere: Sportlich, schüchtern und frivol. Durch die Moderation entstand eine Verbindung zwischen allen Szenen. So bekam Elena Weber einen Bandscheibenvorfall, weil die nächste Szene „Frau Kristensen“, gespielt von Magdalena Suss, aus dem Theaterstück „Bandscheibenvorfall“ entnommen war. Oder der „Holzfällersong“ von Monty Python, gesungen von Konstantin Keidel, wurde mit der Melodie „Allways look on the bright side of life“ eingeleitet. Dabei war die Moderation immer aktuell. Eva Piringer, als frivoler Charakter, lud die Männer nach dem Champions League-Finale zu sich ein: „Genauso wie Franck Ribery, der hat ja Zeit.“

So schwenkte der Abend zwischen heiter und traurig: In „Reich mir mal den Rettich rü-ber“, gesungen von Oliver Wiedem, wurde noch herrlich lustig die Beziehungsleere von 30-jährigen Paaren auseinander genommen, in der nächsten Szene stellt Magdalena Höfner auf bedrückend echte Weise den  selbstzerstörerischen Kampf einer Bulimie-Kranken dar.

Lisa-Marie Gerl spielte die allzu verzehrende Lust der sonst so schüchternen „Bea“; im „Zahnarzt-Song“ machte Daniel Kröhnert der sensiblen Patientin mit seiner masochistischen Ader Angst, während Viktoria Lewowsky in „Vera“ über die Einsamkeit referierte. „Touch-A-Touch Me“ von Mona Luana Schneider zeigte den Umschwung vom Opfer zum sexhungrigen Vamp, der seinen Mörder verzehrte.

Den Abend beendete Lisa Parise mit der Vereinigung von Komik und Dramatik. Kein Auge blieb trocken, als „Die Frau“, entlaufen aus der Psychiatrie, dem Publikum etwas über das Leben erzählte.
Highlight des Abends war die klare und verständliche Pantomime von Julia Panzilius und Magdalena Höfner, die das komplette Leben eines Paares durchlebten.

„Vor Publikum ist es eben doch immer etwas anderes“, erklärte Daniel Kröhnert (22). „Man bekommt Feedback von den Zuschauern, die Abende sind toll“, ergänzte Elena Weber (20). „Jeder hat seine Spezialgebiete, dadurch ergeben sich im Zusammenspiel besondere Szenen“, fasste Konstantin Keidel (22) zusammen.

 
"DNA"

In der FAZ vom 8. November 2008 schrieb "emm" unter anderem:

"[...] jungen Kräften des Ensembles und in Kooperation mit der Schauspielschule Mainz eine ebenso beklemmende wie hervorragende gespielte Inszenierung [...]".

"[...] ein spannender Theaterabend für Zuschauer von 14 Jahren an".

 

Alexandra Schröder schrieb unter anderem in der MRZ vom 8.11.2008:

"Die Angst treibt gefährliche Blüten".

"Die Akteure aus dem Theater und von der Mainzer Schauspielschule sind ein glaubwürdiges Team, das mit Einsatz und Spielfreude zeigt, was den Alltag wohl vieler Jugendlicher bestimmt: Angst, [...]"

"Ausgeschrieben ist das Stück für Jugendliche ab 14 Jahren - ans Herz gelegt sei es auch älteren Semestern."

 
"Nachtasyl"

In der AZ vom Juli 2008 schrieb Elena Witzeck unter anderem:

"Andreas Mach inszeniert Maxim Gorkis Drama mit Schauspielschülern."

"Der Abschlussjahrgang der Schauspielschule Mainz studiert unter der Leitung von Andreas Mach derzeit wieder ein Stück Weltliteratur ein."

"Diese Momentaufnahme hat auch bis heute nicht an Aktualität verloren."

"[...] Schläge fallen, Tränen fließen, jemand schreit."

"[...] scheint es nicht mehr viele Verbesserungswünsche zu geben."

 

In der Mainzer Rheinzeitung schrieb Nele Schüller über das gleiche Stück unter anderem:

"Ein Stück unterhalb von Hartz IV."

""Moskau" grölen die elf im modernen Lumpenlook bekleideten Schauspieler. Auch später kommt das >Unterschicht-Orchester< unter der Leitung von Julia [...] zum Einsatz [...]."

"Durch das gezeigte Grauen fühlt der Zuschauer sich frei und gereinigt."

"Die Bilanz: Drei Tote, viele gestorbene Hoffnungen, ein energetisches und überzeugendes Ensemble und ein mutiges Stück Theater, das keine Angst vor sozialen Abgründen hat."

 

Am 11. August schrieb Carola Krug-Haselbach in der Allgemeinen Zeitung noch dazu unter anderem:

"Eine zielgerichtete Dramaturgie reißt den Zuschauer sofort in ihren Bann [...]"

"Die Mainzer Inszenierung strukturiert diese äußere Gleichförmigkeit [...] geschickt mit dem >Unterschicht-Orchester<, welches Juwelen der deutschen Schlagergeschichte zum Besten gibt."

 

 
"Ein Sportstück"
In der AZ vom 11. Juli 2006 schrieb Bernd Funke unter anderem:

"Und so geht es in der Mach-Bearbeitung um Mechanik und Leistungsdruck, körperliche Ästhetik und Idole, Sport als eine andere Form von Krieg, Entfremdung des Einzelnen im Team und Sexualität."

Im Mainzer Wochenblatt vom 1. September 2006 las man unter anderem:

"Das Beherrschen der Sprache, dazu Mimik, Gestik, Tanz und Gesang begeisterten das Publikum, das Ensemble überzeugte."

"[...] Stille im Saal, große Aufmerksamkeit, dazu nicht endender Applaus für gezeigtes Können der Schauspieler."

In der MRZ vom 6. August 2006 schrieb Julia Schäfer unter anderem:

"Beeindruckend choreographiert sind auch die Fechtszenen. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie eng für die Autorin Sport und Kampf zusammenhängen."

"Die auf mehrere Personen aufgeteilten Monologe sind exakt choreographiert. Kein Blick, keine Bewegung erscheint zufällig."

 
"Ameley, der Biber und der König auf dem Dach"
In der MRZ vom 26. Ferbuar 2007 schrieb Julia Schäfer unter anderem:

"Das Märchen [...] heimste viel Applaus ein. Denn Ameleys Reise ist ein großer Spaß für die Zuschauer."

"Schrill und temporeich geht es [...] zu"

In der AZ vom 26. Februar 2007 schrieb Inka Müller unter anderem:

"Bunt und bizarr ist diese Wunderwelt, die nicht nur gute Laune macht, sondern auch viel Stoff zum Nachdenken liefert [...]"

 
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